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SchuldnerAtlas Metropolregion Rhein-Neckar 2009

Verschuldungssituation bei Privatpersonen in der Metropolregion hat sich weiter entspannt

Mannheim, 04.02.2010

Die Zahl der überschuldeten Personen in der Metropolregion Rhein-Neckar ist 2009 erneut unter dem Vorjahreswert geblieben. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen SchuldnerAtlas für die Metropolregion, den die Creditreform Geschäftsstellen aus Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und Speyer zum zweiten Mal gemeinsam erstellt haben. Für die Metropolregion wurde für 2009 eine Schuldnerquote von 9,46 Prozent (2008: 10,43 Prozent) ermittelt. Damit sind über 200.000 Personen über 18 Jahre in der Region überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf.

Der SchuldnerAtlas zeigt, wie sich die Überschuldung pri­vater Verbraucher innerhalb Deutschland kleinräumig ver­teilt. Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamt­ausgaben übersteigen die Einnahmen.

Die Schuldnerquote in allen 15 Kreisen und kreisfreien Städten der Metropolregion lag 2009 unter den Vorjahreswerten. Am besten präsentiert sich Heidelberg mit einer Schuldnerquote von 6,64 Prozent. Das ent­spricht einem Rückgang um 0,51 Prozentpunkte gegen­über dem Vorjahr. Schlusslicht in der Region ist wie im Vorjahr Ludwigshafen. Aber auch dort hat sich die Schuldnerquote um 1,68 Prozentpunkte auf nun 13,40 Prozent verringert.

Im bundesweiten Vergleich der Kreise rangieren mit Ludwigshafen, Worms und Mannheim gleich drei Städte unter den letzten 40 der insgesamt 413 Plätze.

Die Gesamtschau aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland zeigt ein sehr differenziertes Bild. Die Spannweite reicht 2009 von der niedrigsten gemessenen Schuldnerquote im bayerischen Landkreis Eichstätt (3,70 Prozent) bis hin zur höchsten Schuldnerquote in Wuppertal (17,90 Prozent). Insgesamt gilt auch 2009, dass die Schuldnerquoten in Kernstädten und Ballungsräumen meist deutlich höher ausfallen als in ländlichen Regionen.

Der Blick auf die PLZ-Ebene zeigt große Unterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Postleitzahlen-Gebiete inner­halb der Kreise erlaubt eine noch kleinräu­migere Differenzierung der Schuldnersituation. So ist die angespannte Schuldnersituation in der Kreisstadt Mannheim in erster Linie auf die PLZ-Gebiete der Innenstadt zurückzuführen, während Stadtteile wie Feudenheim (5,28 Prozent) oder Neuostheim (6,51 Prozent) weit unterdurchschnittliche Schuldneranteile aufweisen. Ähnlich ist es im Kreis Bergstrasse und dem Landkreis Germersheim, in denen vergleichsweise hohe Schuldnerquoten in den Städten Viernheim (11,43 Prozent) bzw. Germersheim (12,96 Prozent) den Durchschnitt der Kreise nach unten ziehen. 

Der höchste Schuldneranteil wurde mit 23,97 Prozent erneut für die PLZ 68159 Mannheim ermittelt. In den westlichen Quadraten der Innenstadt ist somit fast jeder vierte Verbraucher über 18 Jahren überschuldet. Den niedrigsten Wert in der Metropolregion weist die PLZ 69120 Heidelberg Neuenheim auf. Hier sind gerade mal 3,78% der Privatpersonen überschuldet.

Bundesländer der Metropolregion auf den vorderen Plätze

Die Schuldnerquote für Deutschland insgesamt liegt bei 9,09 Prozent (Vorjahr 10,11 Prozent). Damit gelten rund 6,19 Millionen Bewohner Deutschlands oder fast jeder zehnte erwachsene Einwohner als überschuldet oder wei­sen zumin­dest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Baden Württemberg nimmt mit einer Schuldnerquote von nur 7,11 Prozent den zweiten Platz im bundesweiten Ranking ein. Hessen (9,12 Prozent) und Rheinland-Pfalz (9,23 Prozent) folgen auf den Plätzen 5 und 6.

Das Bundesland mit der niedrigs­ten Schuldnerquote ist weiterhin Bayern (6,72 Pro­zent; Vorjahr 7,28 Prozent). Die höchste Schuldnerquote hat erneut Bremen (13,92 Prozent; Vorjahr 14,72 Prozent). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (12,16 Prozent; Vorjahr 13,96 Prozent) und Sachsen-Anhalt (11,05 Pro­zent; Vorjahr 12,40 Prozent).

Weitere Zunahme der strukturellen Überschuldung

Trotzt des merklichen Rückgangs der Schuldnerzahl insgesamt verhärtet sich die Verschuldungsproblematik in einigen Teilbereichen. So vollzieht sich die aktuelle Abschwächung allein bei Privatschuldnern, die nur wenige Überschuldungsindikatoren und Negativmerkmale aufweisen. Dagegen erhöhte sich die Zahl derer, die zahlreiche Überschuldungskennzeichen und juristische Sachverhalte wie mehrere Inkassofälle, Privatinsolvenz oder Eidesstattliche Versicherung aufweisen. Aus dieser „Schuldenspirale“ herauszukommen ist fast unmöglich.

Ausblick: Überschuldung droht wieder zu steigen

In den kommenden zwei Jahren ist nicht mit einem weiteren Rückgang der Verbraucherüberschuldung zu rechnen. Im Gegenteil: Ein merklicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen bis Ende 2010 und stagnierende Realeinkommen dürften die Auslöser für eine neuerliche Überschuldungsentwicklung sein.

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