Factoring als Refinanzierungsinstrument für den Mittelstand
Liquidität steigern durch Forderungsverkauf
Mittelständische Unternehmer – in Deutschland traditionell und auch in Zukunft das Rückgrat der Wirtschaft
– kennen es aus der täglichen Arbeit: Auf der einen Seite verursachen ständig steigende durchschnittliche
Forderungslaufzeiten bis hin zur Gefahr des kompletten Forderungsausfalls Mehrarbeit, sie kosten Nerven und
insbesondere wertvolle Liquidität.
Auf der anderen Seite sind Banken bei der Kreditvergabe, nicht nur bedingt durch Basel II, nach wie vor
zurückhaltend. Auch kleinere Unternehmen werden heute sehr viel intensiver als noch vor Jahren auf deren Bonität sowie
auf Bilanz- und Liquiditätskennzahlen hin geprüft. Aber gerade der Mittelstand leidet unter einer chronischen
Eigenkapitalschwäche. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei den kleinen und mittleren Unternehmen beläuft sich
auf 7,5 Prozent, bei Großunternehmen liegt diese bei 20 Prozent. Unter diesen Rahmenbedingungen gewinnen alternative
Finanzierungsinstrumente wie Factoring auch und gerade für den Mittelstand immer stärker an Bedeutung.
Was ist Factoring?
Factoring ist der regelmäßige wiederkehrende Kauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen
sofortige Zahlung des Kaufpreises. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Forderungen an eine Factoring-
Gesellschaft. Dafür wird ihm sofort ein Betrag gutgeschrieben, der sich auf etwa 80 bis 90 Prozent des jeweiligen
Außenstandes beläuft.
Das Full-Service-Factoring umfasst neben der umsatzkongruenten Finanzierung auch eine vollständige Risikoabsicherung
und die Übernahme des gesamten Debitorenmanagements. Letzteres findet dabei in enger Abstimmung mit dem Kunden der
Factoring-Gesellschaft statt.
Wer nutzt Factoring?
Produzierende Unternehmen, Zulieferer, Handelsunternehmen und Dienstleister nahezu aller Branchen können Factoring bei
ihrer Unternehmensfinanzierung einsetzen. Factoring gibt es in Deutschland zwar schon seit einigen Jahrzehnten, dem
Mittelstand und kleineren Unternehmen hingegen stand diese Finanzdienstleistung bislang kaum zur Verfügung. Diese Lücke
schließen die 14 Factoring-Gesellschaften der Creditreform Gruppe, Crefo Factoring.
Wie läuft die Zusammenarbeit in der Praxis?
Die Factoring-Gesellschaft prüft gemeinsam mit dem potenziellen Kunden, ob Factoring als zusätzlicher Baustein der
Finanzierung dazu beitragen kann, die Liquidität zu verbessern und das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Dann
wird ein Factoringvertrag geschlossen, worüber die Debitoren gemeinsam informiert werden. Für diese werden dann
(sukzessive) so genannte Kreditlimite in Höhe der zu erwartenden Außenstände vergeben und die Forderungen bis zu diesem
Betrag angekauft.
Die Factoring-Gesellschaft erhält die Ausgangsrechnungen (im Original, als Kopie oder per Mail) und führt hierauf
aufbauend die Debitorenbuchhaltung. Die Rechnungen werden gebucht, gegebenenfalls weiter verschickt und die Auszahlung
des Betrages veranlasst. Zu jeder Buchung wird ein Kontoauszug und am Monatsende der Monatsabschluss der
Debitorenbuchhaltung für den Factoringkunden erstellt. Mit der Bezahlung des Debitors an die Factoring Gesellschaft
erfolgt die Auszahlung des aus Sicherheitsgründen einbehaltenen Restbetrages - in der Regel zehn Prozent der
Rechnungssumme. Wenn der Debitor nicht mehr bezahlen kann, macht der Factor seinerseits einen Versicherungsfall
geltend.
Factoring in der Kosten-/ Nutzenbetrachtung
Factoring ist deutlich günstiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Den Kosten, die dem Kunden durch den
Factor abgerechnet werden, stehen messbare Einsparpotenziale gegenüber. Man kann sogar noch weiter gehen: da der
Factoringkunde üblicherweise wächst, verdient er mit Factoring sogar Geld, da das ergebnismehrende Umsatzwachstum aus
der Sichtweise der Refinanzierung erst durch Factoring möglich wurde.
Üblicherweise liegen die Kosten bei einer Gesamtbetrachtung (inklusive Finanzierung, Debitorenmanagement,
Forderungsabsicherung und Limitprüfung) im Bereich gewährter Skonti, also zumeist zwischen zwei und fünf Prozent
des Rechnungsbetrages. Die individuell kalkulierte Gebühr ist abhängig von den Relationen Jahresumsatz, Kundenzahl,
Rechnungszahl, Rechnungsgröße, durchschnittliche Forderungslaufzeiten sowie der Struktur des Forderungsbestandes und
den Ausfallerwartungen des Factors.
Den Kosten sind folgende Nutzenkomponenten gegenüberzustellen und gegenzurechnen:
Nach nur zwei Tagen verfügt der Factoringkunde über 80 bis 90 Prozent der Brutto-Rechnungssumme. Hierbei wird die
Kapitalbindung für die Lieferantenfinanzierung abgebaut, eine umsatzkongruente Finanzierung und damit eine Verbesserung
des Cashflows erreicht.
Von Factoring-Gesellschaften bekommt ein Unternehmen mehr Geld für die Forderungen als von der Hausbank. Es
verschafft sich einen Wettbewerbsvorsprung, indem den eigenen Kunden längere Zahlungsziele eingeräumt werden
können.
Als Barzahler ist das Unternehmen in stärkerem Maße in der Lage, Skontierungsmöglichkeiten zu nutzen.
Die Bonität der Debitoren wird vorab geprüft, damit böse Überraschungen erspart bleiben. Bereits vor der Annahme
eines Auftrages weiß ein Factoringkunde, ob das zu beliefernde Unternehmen „gut” für das Geschäft ist oder
nicht.
Angekaufte Forderungen sind zu 100 Prozent gesichert. Auch wenn der Kunde nicht bezahlt, entsteht für das
Unternehmen kein Ausfall. Und dies ohne zusätzlichen Aufwand, den eine Kreditversicherung verursacht. Das gilt auch für
Auslandsforderungen.
Die Verwaltungsarbeit wird reduziert und dadurch die Kosten im Unternehmen gesenkt. Dies betrifft neben den
Buchhaltungskosten insbesondere die Kosten für das Mahnwesen.
Factoring steigert die Kreditwürdigkeit. Durch den Verkauf von Forderungen an eine Factoring Gesellschaft kann die
Bilanz verkürzt werden (oder es findet ein Aktivtausch statt). Die Eigenkapitalquote steigt. Damit verbessert sich die
Position beim Rating durch die Banken.
Gibt es Vorbehalte der Debitoren gegenüber dem Factoring?
Auch wenn man das Vorurteil heute immer noch zum Teil antrifft: Firmen, die sich mit Factoring finanzieren, stehen
selbstverständlich nicht kurz vor dem Aus. Denn wenn eine Schieflage bereits besteht, kann auch durch Factoring (meist)
nicht mehr geholfen werden, da Factoring kein Sanierungsprodukt ist. Deswegen führen Gesellschaften wie Crefo Factoring
im Vorfeld einer Vertragsbeziehung eine intensive Prüfung der Vitalität des Unternehmens durch. Das Ergebnis dieser
Prüfung sollte lauten „positive Zukunftsfähigkeit, gestärkt durch Factoring“. Somit eignet sich Factoring
vor allem für solche Unternehmen, die dabei sind, Wachstumspotenziale auszuschöpfen und sich nicht durch
Liquiditätsengpässe bremsen lassen wollen.
Was man über seinen Factor wissen sollte
Als ein Unternehmen der Creditreform-Gruppe bietet Crefo Factoring seinen vorwiegend kleineren und mittelständischen
Kunden auf der einen Seite die Sicherheit eines großen und zuverlässigen Partners. Somit haben auch Debitoren, also
Firmen, die angekaufte Forderungen bezahlen, die Sicherheit, ihr Geld nicht an ein unbekanntes Unternehmen zu
überweisen. Dies ist im Factoringgeschäft nicht unwichtig.